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Esoterik Meditation

Das Wort Meditation stammt aus dem lateinischen „meditatio“ was bedeutet, etwas zur Mitte auszurichten, und ist in vielen Kulturen und Religionen eine weit verbreitete und vielfach ausgeübte spirituelle Praxis. Meditation ist oft auch eines der ersten Wörter, die einem durch den Sinn gehen, wenn man den Begriff Esoterik hört, da auch hier in sehr vielen Bereichen die Meditation wiederfindet. Durch die Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen soll der Geist sich sammeln und beruhigen. So wird in den östlichen Kulturen die Meditation als eine zentrale grundlegende bewusstseinserweiternde Übung angesehen. Die angestrebten Zustände werden mit Leere, Stille, Einssein und anderen Begriffen beschrieben. Im Jainismus, Hinduismus und im Buddhismus ist es das allerhöchste Ziel, das Nirvana oder die Erleuchtung zu erreichen. In der islamischen, jüdischen und der christlichen Tradition ist es das Erfahren des göttlichen. So gesehen also jeweils das Erreichen einer höheren Erfahrung. Außerdem wird in der westlichen Welt die Meditation auch ganz unabhängig von dem religiösen Aspekt zur Unterstützung von Psychotherapien und des Wohlbefindens eingesetzt. Im altdeutschen Sprachgebrauch bedeutete Meditation einfach nur das Nachdenken über ein bestimmtes Thema.

Doch wir wollen die Religion einmal außen vor lassen und uns direkt den verschiedenen Techniken zuwenden. Und das ist direkt ein Problem, da es ungezählte Meditationstechniken gibt. Sie unterscheiden durch ihre religiöse Herkunft, durch unterschiedliche Schulen und Richtungen, und sogar durch verschiedene Lehrer innerhalb dieser Richtungen und Schulen. Dazu kommen die unterschiedlichen Stadien. Denn viele Schulen unterrichten auch verschiedene Meditationstechniken je nach Fortschritt der Schüler. Zusätzlich werden seit den 1970er Jahren auch fernöstlich inspirierte Meditationstechniken angeboten, die aber an die Bedürfnisse der westlichen Welt angepasst worden sind. Jede Meditationstechnik kann als Hilfsmittel gesehen werden, um einen Bewusstseinszustand zu erobern, der sich von dem Alltagsbewusstsein unterscheidet, und zwar frei von den gewohnten Denkroutinen und ganz besonders frei von den üblichen Reflektionen und Bewertungen der Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit. Damit ist gemeint, dass man weder über Pläne und Ängste, noch über gemachte Erfahrungen und Erinnerung nachgrübelt. Die meisten Meditationstechniken sollen dazu beitragen, sich in einem Bewusstseinszustand zu befinden, in dem man gleichzeitig zutiefst entspannt und trotzdem hellwach ist.

Die Meditationstechniken werden ganz grob in zwei Richtungen geteilt, passiv und aktiv. Dabei bezieht sich dies jedoch auf die jeweils äußere Form, denn beide Formen können sowohl aktive als auch geistige Aufmerksamkeitsleistung und auch loslassen beinhalten.

In der Ruhe- oder Stillemeditation gibt es ganz verschiedene Schritte und Anleitungen zur Kontemplation und Meditation. Dort wird oft mit Texten gearbeitet, zu Beispiel religiöse Schriften oder auch Gebete, die aber nicht gesprochen werden müssen, sondern auch gedacht werden können. Darauf folgt eine gegenständliche Betrachtung. Dies ist eine wiederholte Betrachtung von wenigem, wobei sich der Adept in ein Nichtwissen steigt und das schon erwähnte Loslassen praktiziert.

Bei der Einsichts- oder Achtsamkeitsmeditation sitzt man oft aufrecht in einer Haltung, die ein harmonisches Verhältnis von Entspannung und Spannung verlangt. Diese Übung ist die Grundlage der vollkommenen Achtsamkeit für emotionale, körperliche und geistige Phänomene in dem Augenblick. Die beiden Schulen unterrichten das sich gewahr sein, ohne zu werten, ohne Absichten oder an Gedanken, Gefühlen oder Empfindungen zu haften.

In der Konzentrationsmeditation, auch als Geistesruhemeditation bezeichnet, konzentriert sich der Adept nur auf ein Objekt, ein Bild in seiner Vorstellung, den eigenen Atem, einen Gedanken oder ein Mantra. Die intensive Konzentrierung auf ein Objekt bewirkt eine Ersetzung bzw. eine Ausschaltung der alltäglichen Gedankengänge und so auch eine Beruhigung des Geistes.

So kann eine Meditation in völliger Reglosigkeit erfolgen, aber auch bei ritualisierten Bewegungsabläufen, wie etwa der japanischen Tee-Zeremonie, bei Yoga-Übungen, beim Tanzen, beim Ikebana der Kunst der Blumenarrangements, in der Gartenarbeit, und selbstverständlich auch bei vielen Kampfsportarten, wie etwa dem Bogenschießen. Doch es muss kein asiatischer Kampfsport sein, jeder Sportler hat schon einmal das Erlebnis gehabt, sich nur auf eine Bewegung zu konzentrieren und alles andere abzuschalten. Regelmäßige Meditation egal, in welcher Form sie praktiziert wird, wirkt beruhigend und wird auch in der westlichen „Schulmedizin“ oft als Beruhigungstechnik empfohlen. Die Wirkung ist sogar durch die Messung von Hinströmen nachweisbar. Auch die Atmung vertieft sich, der Herzschlag wird verlangsamt und Muskelspannungen reduziert. Außerdem gibt es Belege, dass die Meditation bei zu hohem Blutdruck, Cholesterin-Spiegel, Herzfrequenz und bei Stress hilft und sogar bei Arzneimittel- und Drogenmissbrauch einen positiven Einfluss hat.

Aus diesen Gründen entstehen in fast jedem Ort Meditationszentren, in denen man sich abgeschirmt von äußeren Einflüssen ganz der Ruhe und Stille hingeben kann, ohne dass ein Handy klingelt, Straßenlärm oder anderes stört. Zum Teil werden Meditationskurse sogar von den Krankenkassen übernommen, da die positive Wirkung nachhaltig bewiesen ist.