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Yoga

Yoga ist eine philosophische Lehre aus Indien, die grob gesagt darauf beruht, dass ein ausbalancierter Körper, in dem die Energie richtig strömen kann, auch einen ausgeglichenen Geist hat. Damit dieses Ziel erreicht wird, gibt es eine Vielzahl an körperlichen und geistigen Übungen. Diese Übungen beinhalten Meditation, Yama (das Verhalten), Niyama (die Verhaltensregeln), Asansas (körperliche Übungen), Pranayama (Atemübungen), Pratyahara (Schulung der Sinne), Kriyas (Reinigungstechniken) und auch Askese. Yoga bedeutet soviel wie zusammenbinden und weist darauf hin, was geschehen soll, denn geist an den Körper zu binden, um eine wirksame Symbiose zu erreichen.. Da es sehr unterschiedliche Yoga-Formen gibt, unterscheiden sich auch die Methoden, diese Einheit zu erreichen ganz enorm. Je nachdem welcher Schule /Stil man folgt, wird mehr Wert auf das eine oder das andere gelegt. Gerade in Nordamerika und Westeuropa wird Yoga oft mit physischen Übungen, wie auf einem Bein stehen, in Verbindung gebracht.

Yoga ist eine sehr alte Lehre, erste Atemübungen wurden schon 700 v. Chr. beschrieben, 400 v. Chr. folgte die „offizielle“ Bezeichnung Yoga. Nur ein Jahrhundert später wurde Yoga zu einem festen Punkt in den Lehren über Körper und Geist. Als Begründer des Yoga gelten Kapila und Patanjali, letzterer fasste die Yoga „Regeln“ zusammen in 194 Sutras. In diesen Schriften werden die vier Wege des Yoga beschrieben, Raja Yoga ist meditativ, Jnana Yoga dient der Erkenntnis, Karma Yoga fokussiert das selbstlose Handeln und Bhakti Yoga die Hingabe an Gott. Im Ursprung war Yoga rein meditativ, die vielen körperlichen Übungen entstanden erst, als die Notwendigkeit erkannt wurde eine kräftigen und geschmeidigen Körper zu haben, um stundenlang stillsitzen und meditieren zu können. Als die Praktizierenden sahen, dass diese Übungen im Allgemeinen einen positiven Einfluss auf dem Körper hatten, wurden sie genauso gefördert wie die meditativen Aspekte. Und obwohl eigentlich beides gleichwertig praktiziert werden sollte, ist in unsere heutigen Zeit die körperliche Betätigung häufig der reine Schwerpunkt. Erstmals findet sich dieser Schwerpunkt in einem Text, der im 15 Jahrhundert verfasst wurde.

Wer sich jedoch ernsthaft mit Yoga beschäftigt, wird nicht umhin kommen, sich mit der philosophischen Seite zu beschäftigen. Dabei wird der Körper als ein Wagen gesehen, der der Seele als Beförderungsmittel dient, von 5 Pferden (den 5 Sinnen) gezogen wird, dessen Verstand der Lenker ist und von einem Geschirr zusammengehalten wird. Deshalb ist eine Bedeutung des Wortes Yoga auch anschirren. Im Bhagavad-Gita wird dem Yogi geholfen, die philosophisch religiösen Hintergründe zu verstehen und anzuwenden, da es unter anderem auch ethische Unterweisungen enthält, und auch auf Ursache und Wirkung, glaubensvolle Gottesliebe, Gotteserkenntnis, Dharma, Meditation und Reinkarnation eingeht. Durch die bildhafte Darstellungen wird erklärt, was man tun muss. So bedeutet das Bild des Mannes, der seine Feinde bekämpft, dass man seine Laster bekämpfen muss und über sie Triumphieren zu können. Und wenn auch die Wurzeln des Yoga im Hinduismus liegen, so ist es doch in keiner Weise in irgendeinem Widerspruch zu anderen Religionen. Im Gegenteil, es finden sich sogar an vielen Stellen, auch im Christentum und im Islam, Parallelen. Denn ein wahrer Yogi folgt dem Prinzip, dass eine Weltseele alle Lebewesen verbindet und auch in ihnen wohnt.

Moderne Yogaübungen vernachlässigen diesen Aspekt jedoch und vermitteln einen Unterricht ind dem der Körper, der Geist und die Seele in Einklang gebracht werden sollen. Dazu werden meditative und körperliche Übungen eingesetzt, mit dem Ziel eine erhöhte Vitalität und eine größere Gelassenheit zu erreichen. Dadurch ist Yoga in der heutigen Zeit, besonders in den westlichen Ländern, zu körperlichen Übungen mit ein wenig Meditation geworden. Stets wird darauf hingewiesen, das Yoga eine Möglichkeit ist, sich persönlich zu entwickeln und eine Bereicherung (nicht in materieller Form) zu erleben. Das geht jedoch nur, wenn auch Verhaltensregeln aufgestellt und eingehalten werden, ein Aspekt, der in westlichen Yoga-Kursen fast völlig fehlt. Auch die Reinigung des Körpers findet nicht unter dem Aspekt der Spiritualität statt, sondern unter dem Aspekt der gesundheitsfördernden Wirkung, wobei das eine das andere nicht unbedingt ausschließt. Es gibt unzählige Yoga Richtungen und Schulen, von denen sich leider nur sehr wenige, wie etwa das Sivanda Yoga, sich auf das klassische Yoga beziehen. Und obwohl Yoga nachweislich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat, werden leider auch im Sog des Wellness Trends immer wieder neue Yoga Kreationen geboren, die manchmal gar nichts mehr mit Yoga in seiner Ursprungsform zu tun haben. Dennoch kann „richtiges“ Yoga dazu beitragen Depressionen, Angst, Schlafstörungen, chronische Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Durchblutungsstörungen zu mindern oder gar ganz zu heilen. Allerdings ist der Nutzen von Yoga bei Erkrankungen und auch zur Erhaltung der Gesundheit recht unterschiedlich bewertet und umstritten. Deshalb werden in Deutschland Yogakurse auch von den Krankenkassen angeboten, aber oft nur unter Eigenbeteiligung des Patienten. Auf viele Menschen wirkt Yoga ausgleichend und beruhigend und wirkt sogar Stress entgegen. Die Übungen können helfen, aber durch falsche Ausführung auch Schaden verursachen, deshalb sollte man Yoga nicht nach Büchern erlernen, sondern zu qualifizierten Lehrern gehen.